Die maurische Synagoge von Groningen
Die Synagoge in Groningen: ein schönes maurisches Gebäude oder eigentlich nur ein großer Haufen Ziegelsteine?
Foto: Marcel Wichgers
Jedenfalls ist es ein besonderes Gebäude in orientalischem Stil, christlicher Form und mit jüdischen Symbolen. Groß und schön, so sollte die neue Groninger Synagoge im Jahre 1906 werden.
Groß, da die Zahl der Juden in der Stadt Groningen am Ende des 19. Jahrhunderts enorm zugenommen hatte, bis annähernd dreitausend. Die alte Synagoge von 1756 mit höchstens zweihundert Sitzplätzen war dadurch viel zu klein geworden.
Schön sollte sie werden, weil das alte Gebäude schon sehr unauffällig und als Synagoge kaum erkennbar war. Für eine stark gewachsene und emanzipierte jüdische Gemeinschaft wie die in Groningen war das alte Gebäude nicht gerade repräsentativ. Eine Rolle spielte auch, dass der Besuch der Synagoge ziemlich nachgelassen hatte. Ein neues und einladendes Gebäude könnte neues Interesse für den Gottesdienst wecken, so hoffte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde.
Groß, da die Zahl der Juden in der Stadt Groningen am Ende des 19. Jahrhunderts enorm zugenommen hatte, bis annähernd dreitausend. Die alte Synagoge von 1756 mit höchstens zweihundert Sitzplätzen war dadurch viel zu klein geworden.
Besuch hatte nachgelassen
Schön sollte sie werden, weil das alte Gebäude schon sehr unauffällig und als Synagoge kaum erkennbar war. Für eine stark gewachsene und emanzipierte jüdische Gemeinschaft wie die in Groningen war das alte Gebäude nicht gerade repräsentativ. Eine Rolle spielte auch, dass der Besuch der Synagoge ziemlich nachgelassen hatte. Ein neues und einladendes Gebäude könnte neues Interesse für den Gottesdienst wecken, so hoffte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde.
Foto: Marcel Wichgers
Aus diesem Grund beschloss die Jüdische Gemeinde 1904, an der Stelle der alten Synagoge in der Folkingestraat eine neue bauen zu lassen. Schon ein halbes Jahr später konnte der Oberrabbiner von Groningen, Eliezer Hamburg, den Grundstein legen.
Die Frage, wer das Gebäude entwerfen sollte, stellte wohl noch ein Problem dar, denn man war nicht imstande, einen jüdischen Architekten zu finden, der ein solch großes Gebäude entwerfen konnte. Schließlich wurde der reformiert-christliche Architekt Tjeerd Kuipers mit dieser Aufgabe betraut, auch wenn er noch nie eine Synagoge entworfen hatte. Um herauszufinden, wie er dies anstellen könnte, machte er eine Reise durch Deutschland. Denn Deutschland war das Mekka des Synagogenbaus. Dort beeindruckte Kuipers der "maurische" oder "orientalische" Stil.
Kein jüdischer Architekt
Die Frage, wer das Gebäude entwerfen sollte, stellte wohl noch ein Problem dar, denn man war nicht imstande, einen jüdischen Architekten zu finden, der ein solch großes Gebäude entwerfen konnte. Schließlich wurde der reformiert-christliche Architekt Tjeerd Kuipers mit dieser Aufgabe betraut, auch wenn er noch nie eine Synagoge entworfen hatte. Um herauszufinden, wie er dies anstellen könnte, machte er eine Reise durch Deutschland. Denn Deutschland war das Mekka des Synagogenbaus. Dort beeindruckte Kuipers der "maurische" oder "orientalische" Stil.
